Forschung

Transformationsprozess und transdisziplinäre Forschungsmethoden

Das Ziel dieses Teilprojekts ist es, die Berliner Verkehrswende als Transformationsprozess zu erforschen und zu einem grundlegenden wissenschaftlichen Verständnis der sozialen Dynamiken nachhaltiger Mobilität beizutragen. Darüber hinaus werden mithilfe inter- und transdisziplinärer Forschungsmethoden neue Gestaltungsmöglichkeiten für ein nachhaltigeres Verkehrssystem erarbeitet. Die Ergebnisse dieses Teilprojekts sollen die Erkenntnisse und Erfahrungen aus dem Berliner Transformationsprozess so aufbereiten, dass sie für die Gestaltung einer Verkehrswende in anderen Städten nutzbar sind.

The Potential of the Traffic Transformation towards Sustainable Mobility for the Re-Design of the Urban Environment to Improve the Supply of Space for the Housing Market

Mehr Wohnungen durch die Verkehrswende? Wie sieht die Stadt nach der Verkehrswende aus? Wer mit offenen Augen durch unsere von der autogerechten Stadtplanung geprägten Städte läuft, erfasst schnell, dass Automobilinfrastruktur durch Tankstellen, Waschanlagen, Werkstätten, Autohäuser, Autoverleihe, Parkhäuser, Reifenhändler und Recyclinghöfe große städtische Flächen einnimmt. Alexander Czehs Arbeit erfasst diese und untersucht wie viele dieser Flächen nach der Verkehrswende noch benötigt werden und ob Flächen der Automobilinfrastruktur z. B. für Wohnungen, Klimaanpassungsmaßnahmen oder urbane Landwirtschaft genutzt werden könnten.

Soziale Repräsentation, Akzeptanz und Verhaltensänderungen

Katharina Götting beschäftigt sich im Rahmen ihrer Dissertation mit sozialen Repräsentationen bezüglich Radfahren, Radfahrer*innen und Rad-Infrastruktur und deren Zusammenhang mit Akzeptanz und Verhaltensänderungen im Kontext neuer Rad-Infrastruktur. Als Forschungsdesign ist eine Prä-Post-Befragung vorgesehen, die vor und nach der Implementierung eines neuen geschützten Radweges durchgeführt wird.

Die Rolle des medialen Diskurses in der Verkehrswende

Marlene Sattler beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit den Praktiken und Strukturen des medialen Diskurses bei der Entstehung und Implementierung des Mobilitätsgesetzes in Berlin. Die Arbeit widmet sich der Frage, welche Rolle der Diskurs in diesem Prozess eingenommen hat. Das Konzept des institutional work bietet dabei die theoretische Grundlage für die Diskursanalyse. Es werden Diskurskoalitionen ausgemacht und im Kontext von diskursprägenden Ereignissen auf ihre Institutionalisierung untersucht.