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Stellungnahme zur Zukunft des ÖPNV in Sachsen

Prof. Dr. Sophia Becker, Leiterin des Fachgebiets Nachhaltige Mobilität und transdisziplinäre Forschungsmethoden an der Technischen Universität Berlin, nahm am 19.01.2021 auf Einladung der Fraktion DIE LINKE. als Sachverständige an der Anhörung des Wirtschaftsausschusses des Sächsischen Landtags teil. Thematisch befasste sich der Antrag mit „Bus und Bahn in die Offensive: Krisen- und zukunftsfeste Finanzierung des ÖPNV sichern – Beitrag für Teilhabe und Klimaschutz in Sachsen stärken!“.

In der Anhörung erläuterte Becker zunächst die Notwendigkeit des ÖPNV als Voraussetzung einer gelingenden Verkehrswende und ging auf die Auswirkungen von Covid-19 auf Mobilität und Verkehr ein. Demnach brach die Nutzung des Umweltverbunds (ÖPNV, Rad- und Fußverkehr) mit Aufkommen der Corona-Pandemie im März letzten Jahres signifikant ein, erholte sich im Sommer 2020 auf etwa 70 % des Niveaus von Januar 2020, um sich in der zweiten Welle im Herbst wieder zu verringern. Ein positiver Trend ist in der Nutzungshäufigkeit von Pop-Up-Radwegen zu erkennen. Im Vergleich vom September 2019 zu September 2020 stieg der Wert des Radverkehrs in einzelnen Berliner Straßen um über 100 %. Auch bundesweit erfahren Pop-Up-Radwege unabhängig von Alter der Person oder Größe der Kommune eine hohe Zustimmung.

Da es möglich und aus klimapolitischer Sicht wünschenswert ist, dass die Nutzungshäufigkeit des ÖPNV nach dem Erreichen einer hohen Impfquote in der Bevölkerung – wieder 80 bis 100 % des Ausgangsniveaus erreicht, sind lt. Becker eine dauerhafte Absicherung der Finanzierung und Investitionen in den ÖPNV unabdingbar. Aufgrund der wachsenden Akzeptanz des Radverkehrs sollte zukünftig die Intermodalität (Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel im Verlauf eines Weges) weiter gefördert werden. „Das ÖPNV-Angebot sollte aktuell auf keinen Fall ausgedünnt werden, damit Abstände soweit wie möglich eingehalten werden können. Man sollte die Bürger*innen dazu aufrufen, den ÖPNV möglichst außerhalb der Stoßzeiten zu nutzen. Grundsätzlich sollten aber weiterhin so wenig Wege wie möglich gemacht werden.“, so Becker.

Die ausführliche Stellungnahme kann hier heruntergeladen werden.